WordPress & Barrierefreiheit: Die besten Plugins
Eine kuratierte Liste und kritische Bewertung nach BFSG und WCAG 2.1
Die Umsetzung des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) stellt viele Unternehmen vor technische Herausforderungen. In diesem Artikel erfahren Sie, welche WordPress-Plugins Ihnen konkret helfen können, Ihre Website barrierefrei zu gestalten.
Wir unterscheiden zwischen spezialisierten Barrierefreiheits-Plugins und alltäglichen Erweiterungen, die besondere Aufmerksamkeit erfordern.
Unsere kuratierte Liste spart Ihnen zeit- und kostenintensive Recherchen – mit praxiserprobten Lösungen, die sowohl technisch überzeugen als auch die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. So vermeiden Sie teure Nachbesserungen und schaffen gleichzeitig eine nutzerfreundlichere Website für alle Besucherinnen und Besucher. Im Sinne von Inklusion und Barrierefreiheit!
Zuletzt aktualisiert: Mai 2025
Eine Übersicht – Barrierefreiheit mit WordPress-Plugins
In der digitalen Welt von heute ist eine Website nicht nur das Aushängeschild Ihres Unternehmens, sondern oft der erste Kontaktpunkt für potenzielle Kunden. Doch was nützt die schönste Website, wenn sie nicht für alle Menschen gleichermaßen zugänglich ist? Genau hier setzt das Thema Barrierefreiheit im Web an.
Barrierefreiheit bedeutet, dass Websites so gestaltet sind, dass sie von allen Menschen – unabhängig von körperlichen oder kognitiven Einschränkungen – uneingeschränkt genutzt werden können. Das betrifft Menschen mit Sehbehinderungen, Hörbeeinträchtigungen, motorischen Einschränkungen oder kognitiven Beeinträchtigungen. Aber auch ältere Menschen oder Personen mit temporären Einschränkungen profitieren von barrierefreien Webseiten.
Mit dem Inkrafttreten des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes (BFSG) in Deutschland hat das Thema eine neue Dringlichkeit bekommen. Dieses Gesetz verpflichtet immer mehr Unternehmen, ihre digitalen Angebote barrierefrei zu gestalten – und das ist keine Option mehr, sondern eine gesetzliche Pflicht mit konkreten Fristen.
Für Websitebetreiber, die auf WordPress setzen, stellt sich nun die Frage: Wie lässt sich Barrierefreiheit in WordPress am besten umsetzen?
In diesem Artikel nehmen wir Sie mit auf eine Reise durch die Welt der WordPress-Plugins für Barrierefreiheit. Wir zeigen Ihnen, welche Plugins Ihnen direkt bei der Umsetzung von Barrierefreiheit helfen können und werfen einen kritischen Blick auf gängige WordPress-Erweiterungen, die besondere Aufmerksamkeit in Bezug auf Barrierefreiheit erfordern.
Unser Ziel ist es, Ihnen einen praxisnahen Leitfaden an die Hand zu geben, mit dem Sie Ihre WordPress-Website BFSG-konform gestalten können – ohne dabei auf ansprechendes Design und Benutzerfreundlichkeit verzichten zu müssen. Denn barrierefreies Webdesign ist kein notwendiges Übel, sondern eine Chance, Ihre digitalen Angebote für alle Menschen zugänglicher und damit erfolgreicher zu machen.
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) und WordPress
Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, kurz BFSG, markiert einen Meilenstein in der deutschen Gesetzgebung zur digitalen Inklusion. Es setzt die europäische Richtlinie über die Barrierefreiheitsanforderungen für Produkte und Dienstleistungen (European Accessibility Act) in deutsches Recht um und trat am 28. Juni 2021 in Kraft. Für Websites und mobile Anwendungen werden die Anforderungen ab dem 28. Juni 2025 verbindlich – ein Datum, das für viele Unternehmen näher ist, als es auf den ersten Blick erscheint.
Grundlegende Anforderungen des BFSG für Websites
Das BFSG verlangt, dass digitale Angebote so gestaltet werden, dass sie für Menschen mit verschiedenen Beeinträchtigungen zugänglich und nutzbar sind. Konkret bedeutet das:
- Wahrnehmbarkeit: Informationen müssen so präsentiert werden, dass sie über verschiedene Sinneskanäle wahrgenommen werden können.
- Bedienbarkeit: Die Navigation und alle Funktionen müssen mit verschiedenen Eingabemethoden nutzbar sein.
- Verständlichkeit: Inhalte und Bedienung müssen verständlich und konsistent gestaltet sein.
- Robustheit: Die Website muss mit aktuellen und zukünftigen Technologien, einschließlich assistiver Technologien, kompatibel sein.
Diese Prinzipien basieren auf den international anerkannten Web Content Accessibility Guidelines (WCAG), aktuell in der Version 2.1, die als Maßstab für die technische Umsetzung des BFSG dienen.
WordPress als Basis für barrierefreie Websites
WordPress ist mit einem Marktanteil von über 40% das weltweit meistgenutzte Content-Management-System. Und auch wenn dies immer wieder erzählt wird: Nein, WordPress ist NICHT das ideale System für die Erstellung von barrierefreie Websites. Ganz und gar nicht. Aufgrund der hohen Verbreitung findet man jedoch viele Plugins und Anleitungen, um den mühsamen und unübersichtlichen Weg zur Barrierefreiheit mit WordPress zu beschreiten. Wir gehen davon aus, dass sich im Laufe der nächsten Jahre viel vereinfachen wird und werden dies auf dieser Seite ausführlich beobachten und begleiten.
Einihge Punkte, die jetzt bereits für WordPress sprechen:
- Semantische Struktur: WordPress unterstützt von Grund auf eine saubere HTML-Struktur mit semantischen Elementen wie Überschriften, Listen und Absätzen.
- Responsive Design: Die meisten modernen WordPress-Themes sind responsiv gestaltet, was eine wichtige Grundlage für Barrierefreiheit darstellt.
- Alt-Text für Bilder: WordPress bietet standardmäßig die Möglichkeit, alternative Texte für Bilder hinzuzufügen – ein essentielles Feature für blinde und sehbehinderte Nutzer.
- Erweiterbarkeit: Die Flexibilität des Plugin-Systems erlaubt es, spezifische Barrierefreiheits-Features nachzurüsten.
Aktive Community: Die große WordPress-Community hat das Thema Barrierefreiheit längst auf dem Radar und arbeitet kontinuierlich an Verbesserungen.
Herausforderungen bei der Umsetzung mit WordPress
Trotz dieser positiven Grundvoraussetzungen gibt es einige typische Herausforderungen bei der Umsetzung von Barrierefreiheit mit WordPress:
- Themes mit Defiziten bei der Barrierefreiheit: Nicht alle WordPress-Themes sind für Barrierefreiheit optimiert. Viele optisch ansprechende Themes verstoßen gegen grundlegende Barrierefreiheits-Prinzipien.
- Plugin-Kompatibilität: Manche Plugins fügen Funktionen hinzu, die nicht barrierefrei gestaltet sind – von Kontaktformularen bis hin zu komplexen Shop-Systemen. Oft führt die Installation eines einzigen neuen Plugins dazu, dass die Website durch den WAVE-Test fällt.
- Page Builder: Visuelle Editoren können den generierten Code verkomplizieren und Barrierefreiheits-Probleme verursachen.
- Dynamische Inhalte: AJAX-basierte Funktionen, Pop-ups und andere dynamische Elemente stellen besondere Anforderungen an die barrierefreie Umsetzung.
- Content-Pflege: Auch die beste technische Grundlage nützt wenig, wenn bei der laufenden Content-Erstellung Barrierefreiheits-Aspekte nicht beachtet werden.
Hier kommen spezialisierte WordPress-Plugins ins Spiel, die Ihnen helfen können, diese Herausforderungen zu meistern und Ihre Website BFSG-konform zu gestalten. In den folgenden Abschnitten werden wir Ihnen diese Plugins vorstellen und deren Stärken und Schwächen beleuchten.
Die gute Nachricht: Mit der richtigen Kombination aus einem barrierefreien Theme, viel Know-How und sorgfältig ausgewählten Plugins ist es durchaus möglich, mit WordPress eine Website zu erstellen, die sowohl den Anforderungen des BFSG entspricht als auch optisch ansprechend und benutzerfreundlich ist.
WordPress-Plugins speziell für Barrierefreiheit
Wenn es um die Verbesserung der Barrierefreiheit Ihrer WordPress-Website geht, sind spezialisierte Plugins unverzichtbare Werkzeuge. Diese Erweiterungen wurden gezielt entwickelt, um Barrieren abzubauen und die Zugänglichkeit Ihrer Website für alle Nutzergruppen zu verbessern.
Definition: Was sind „Barrierefreiheits-Plugins“?
Barrierefreiheits-Plugins sind WordPress-Erweiterungen, die speziell darauf ausgerichtet sind, die Zugänglichkeit einer Website zu verbessern und dabei zu helfen, Standards wie WCAG 2.1 und die Anforderungen des BFSG zu erfüllen. Sie können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden, je nachdem, welchen Aspekt der Barrierefreiheit sie adressieren.
Im Gegensatz zu regulären Plugins, die primär neue Funktionalitäten hinzufügen, konzentrieren sich Barrierefreiheits-Plugins darauf, bereits vorhandene Inhalte und Funktionen für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen. Sie bilden sozusagen die Brücke zwischen Ihrer bestehenden Website und den Anforderungen an eine barrierefreie digitale Präsenz.
Plugin: Accessibility Attributes
Fügt ARIA-Attribute (wie aria=label) den diversen Divi-Elementen hinzu, um die Zugänglichkeit der Website für Besucher zu verbessern.
Vorteile
- Hohe Barrierefreiheit durch ARIA-Labels
- Einfache Integration in bestehende Websites
- Module anderer Hersteller können damit "nachgerüstet" werden
Nachteile
- Nur für Divi
Ausführliche Bewertung
Ein sehr nützliches und empfehlenswertes Modul zur Umsetzung von barrierefreien Websites. Die Nachrüstung vieler Module anderer Hersteller (wie z.B. Advanced Divi Blurb, siehe unten) mit ARIA-Attributen ist kompliziert, aber möglich.
Fazit
Eine ausdrückliche Empfehlung für die Erstellung von barrierefreien Websites von uns.
WordPress-Plugins und ihre Barrierefreiheit
Während spezialisierte Barrierefreiheits-Plugins gezielt darauf ausgerichtet sind, die Zugänglichkeit Ihrer Website zu verbessern, können Standard-Plugins – also jene, die primär andere Funktionen bieten – erheblichen Einfluss auf die Barrierefreiheit Ihrer WordPress-Website haben.
Definition: Was bedeutet „Plugins, die mit Barrierefreiheit in Berührung kommen“?
Hierbei handelt es sich um WordPress-Plugins, deren Hauptzweck nicht die Verbesserung der Barrierefreiheit ist, die aber durch ihre Funktionalität wesentliche Teile der Nutzererfahrung beeinflussen. Dazu zählen Plugins für Formulare, Buchungssysteme, Online-Shops, Multimedia-Inhalte und vieles mehr. Diese Plugins fügen Ihrer Website komplexe Interaktionselemente hinzu, die für alle Nutzer, einschließlich jener mit Beeinträchtigungen, zugänglich sein müssen.
Das Problem: Viele dieser Plugins wurden nicht mit Barrierefreiheit als Priorität entwickelt. In unserem Praxisalltag sehen wir häufig, dass eine ansonsten gut gestaltete Website durch ein einziges nicht-barrierefreies Plugin die BFSG-Konformität verfehlt und durch den WAVE-Test fällt.
Plugin: Advanced Divi Blurb Module (v1.4.12)
Fügt ein Teaser-Modul hinzu ("Blurb"), mit dem sich verschiedene Layout-Blöcke einbauen lassen. Ist ein Teil von DiviFlash, einer Sammlung von 60+ Modulen.
Vorteile
- Sehr anpassungsfähig
- Einfache Integration in bestehende Divi-Websites
Nachteile
- Nur für Divi
- Keine ARIA-Attribute
Ausführliche Bewertung
Dieses Modul ist in Hinsicht auf barrierefreie Websites problematisch, da es keine ARIA-Attribute verwendet bzw. dessen Verwendung ermöglicht. Genutzt wird das Plugin häufig zur Erstellung einzelner Teaser-Blöcke, die dann mit dem gleichen Button-Text versehen werden ("Hier mehr Infos", "Hier weiterlesen"). Das Einfügen eines aria-label="" mit genauem Hinweis, wohin der Link führt, ist nicht vorgesehen.
Update: Mit dem Modul "Accessibility Attributes" können die ARIA-Attribute nachträglich eingebaut werden (hier finden Sie dazu eine konkrete Anleitung).
Fazit
Zur Umsetzung einer vollständig barrierefreien Website zur Zeit nur mit Einschränkungen einsetzbar. Getestet wurde die Version 1.4.12.
Plugin: BookingPress (v4.3.3)
BookingPress stellt ein komplettes Terminverwaltungs-System bereit.
Vorteile
- Sehr anpassungsfähig
- Einfache Integration in bestehende WordPress-Websites
Nachteile
- Nicht barrierefrei
- Fällt durch den WAVE-Test aufgrund fehlender Label-Zuordnung der Formularfelder
Ausführliche Bewertung
In Sachen Terminverwaltung gibt es wenig besseres im WordPress-Plugin-Bereich. Wir nutzen es selbst.
ABER: Dieses Modul ist in Hinsicht auf barrierefreie Websites leider sehr problematisch. Die Formulare zum Eingeben der Daten haben keine korekte Zuordnung von Label (Beschriftung des Felds) und Eingabefeld (input=text). Damit wird der WAVE-Test nicht bestanden. Ebenso ist in dieser Form die Terminbuchung für Mesnchen mit Screenreader kaum nutzbar.
Update (März 2025): Wir haben den Hersteller angeschrieben und dieser hat Besserung bzw. Behebung zugesagt.
Fazit
Auch nach mehr zwei Monaten nach Zusage einer Anpassung ist wenig in Hinsicht auf die Accessibility passiert (Stand Mai 2025). Mit dem letzten Update 4.3.3 ist eine Tastaturbedienbarkeit hinzugekommen. Diese funktioniert allerdings mehr schlecht als recht. Die Label-Zuordnung klappt immer noch nicht, dabei wäre durch zwei Eingabefelder in der Formular-Konfiguration das Problem schnell zu lösen! Wir haben aber Hoffnung, dass sich da noch etwas bei der Accessibility verbessert.
Plugin: Divi Table of Contents Maker (v1.3.5)
Erstellt ein TOC (Inhaltsverzeichnis) bzw. eine Local Navigation für eine Seite.
Vorteile
- Sehr anpassungsfähig
- Einfache Integration in bestehende Divi-Websites
- Umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten
Nachteile
- Nicht für barrierefreie Websites geeignet
Ausführliche Bewertung
Eines der besten Divi-Module für die Erstellung von TOCs (Local Navigations). Konfiguriert werden kann fast alles, sehr vorbildlich umgesetzt. Das große ABER: Das Modul wird in ein "div" gekapselt, statt in das Navigation Landmark "nav". Das ist für Screenreader sehr problematisch. Auch ARIA-Attribute sind nicht vorgesehen. Der WAVE-Test zeigt zahlreiche Alerts bei Verwendung des Plugins.
Update (14.05.25): Wir haben den Hersteller angeschrieben und auf die Probleme mit barrierefreie Websites hingewiesen.
Fazit
Zur Umsetzung einer vollständig barrierefreien Website zur Zeit nicht geeignet. Getestet wurde die Version 1.3.5.
Strategien zur WordPress-Plugin-Auswahl
Die Auswahl der richtigen WordPress-Plugins ist entscheidend für die Barrierefreiheit Ihrer Website. Ein einziges nicht-barrierefreies Plugin kann ausreichen, um die gesamte BFSG-Konformität zu gefährden. Daher ist es wichtig, eine durchdachte Strategie für die Plugin-Auswahl zu entwickeln.
Worauf bei der Plugin-Wahl achten?
Aktualität und Wartung
Ein regelmäßig aktualisiertes Plugin ist meist auch eines, das mit aktuellen Standards Schritt hält.
- Prüfen Sie das letzte Update-Datum: Plugins, die seit mehr als einem Jahr nicht aktualisiert wurden, sollten kritisch betrachtet werden.
- Beachten Sie die Versionsnummer: Höhere Versionsnummern (z.B. 3.x statt 1.x) deuten oft auf eine längere Entwicklungsgeschichte und mehr Reife hin.
- Überprüfen Sie die WordPress-Kompatibilität: Das Plugin sollte mit der aktuellen WordPress-Version kompatibel sein.
Dokumentation zur Barrierefreiheit
Entwickler, die Barrierefreiheit ernst nehmen, kommunizieren dies auch.
- Suchen Sie nach Hinweisen auf WCAG/BFSG-Konformität: Einige Plugin-Entwickler geben explizit an, dass ihr Plugin bestimmte Barrierefreiheitsstandards erfüllt.
- Überprüfen Sie die Plugin-Dokumentation: Eine gute Dokumentation sollte Aspekte der Barrierefreiheit behandeln und Tipps zur barrierefreien Konfiguration geben.
- Achten Sie auf Barrierefreiheits-bezogene Änderungen im Changelog: Dies zeigt, dass der Entwickler kontinuierlich an der Verbesserung der Barrierefreiheit arbeitet.
Bewertungen und Nutzerfeedback
Die Erfahrungen anderer Nutzer können wertvolle Hinweise geben.
- Lesen Sie die Bewertungen im WordPress-Plugin-Verzeichnis: Achten Sie besonders auf Kommentare zur Barrierefreiheit.
- Suchen Sie nach unabhängigen Bewertungen: Fachblogs und Websites wie die unsere bieten oft tiefergehende Analysen.
- Beachten Sie das Feedback von Nutzern mit Beeinträchtigungen: Diese Perspektive ist besonders wertvoll für die Beurteilung der tatsächlichen Zugänglichkeit.
Tipps zur Überprüfung der Barrierefreiheit von Plugins
Testen mit assistiven Technologien
Die praktische Überprüfung mit echten assistiven Technologien ist unverzichtbar.
- Screenreader-Test: Überprüfen Sie die Funktionalität mit Screenreadern wie NVDA (Windows) oder VoiceOver (Mac).
- Tastatur-Navigation: Testen Sie, ob alle Funktionen ausschließlich mit der Tastatur bedienbar sind (Tabulator-Taste, Pfeiltasten, Enter, Escape).
- Browser-Erweiterungen: Nutzen Sie Tools wie die WAVE-Toolbar, axe oder Lighthouse, um Barrierefreiheitsprobleme zu identifizieren.
Automatisierte Prüfungen
Automatisierte Tests können einen ersten Eindruck vermitteln.
- Nutzen Sie Barrierefreiheits-Validatoren: Tools wie WAVE, axe oder Lighthouse können einen ersten Überblick geben.
- Plugin-spezifische Testseiten erstellen: Erstellen Sie eine Testseite, die ausschließlich die Funktionalität des zu prüfenden Plugins enthält.
- Prüfen Sie die Ausgabe im Quellcode: Untersuchen Sie den generierten HTML-Code auf semantische Struktur, ARIA-Attribute und andere Barrierefreiheits-Merkmale.
Checkliste für die Plugin-Prüfung
Eine strukturierte Checkliste hilft, keine wichtigen Aspekte zu übersehen:
Strukturelle Zugänglichkeit:
- Wird semantisches HTML verwendet?
- Sind Überschriften hierarchisch korrekt strukturiert?
- Werden ARIA-Landmarks und -Rollen korrekt eingesetzt?
Formular-Zugänglichkeit:
- Sind alle Formularfelder mit Labels versehen?
- Sind Fehlermeldungen klar und zugänglich?
- Funktioniert die Tab-Reihenfolge logisch?
Visuelle Zugänglichkeit:
- Werden ausreichende Kontrastverhältnisse eingehalten?
- Ist die Seite auch bei 200% Zoom nutzbar?
- Werden visuelle Informationen auch textlich vermittelt?
Interaktions-Zugänglichkeit:
- Sind alle interaktiven Elemente per Tastatur bedienbar?
- Gibt es sichtbares Feedback bei Fokussierung?
- Können alle Aktionen rückgängig gemacht oder abgebrochen werden?
Alternativen zu problematischen Plugins
Manchmal ist es notwendig, Alternativen für nicht-barrierefreie Plugins zu finden. Hier einige Strategien:
Alternative Plugins
Oft gibt es für ein bestimmtes Plugin mehrere Alternativen mit ähnlicher Funktionalität.
- Vergleichen Sie ähnliche Plugins: Manchmal bietet ein weniger bekanntes Plugin bessere Barrierefreiheit.
- Prüfen Sie Premium-Alternativen: Kostenpflichtige Plugins bieten oft bessere Barrierefreiheit, da die Entwickler mehr Ressourcen investieren können.
- Suchen Sie nach spezialisierten Barrierefreiheits-Versionen: Für einige populäre Plugins gibt es spezielle „Accessibility“-Forks.
Customizing und Anpassungen
Manchmal kann ein Plugin durch Anpassungen barrierefreier gemacht werden.
- CSS-Anpassungen: Viele Barrierefreiheitsprobleme können durch CSS-Anpassungen behoben werden (z.B. Kontrastverbesserungen, Fokus-Stile).
- JavaScript-Ergänzungen: Mit zusätzlichem JavaScript können fehlende Funktionen wie Tastatursteuerung nachgerüstet werden.
- Child-Theme-Anpassungen: Implementieren Sie verbesserte Versionen von Plugin-Templates in Ihrem Child-Theme.
Feature-Reduzierung
Manchmal ist es besser, auf problematische Funktionen zu verzichten.
- Deaktivieren Sie nicht-barrierefreie Features: Viele Plugins bieten Konfigurationsoptionen, mit denen bestimmte Funktionen deaktiviert werden können.
- Nutzen Sie Core-Funktionen statt Plugin-Erweiterungen: Die WordPress-Core-Funktionalität ist oft barrierefreier als Plugin-Erweiterungen.
- Vereinfachen Sie komplexe Interaktionen: Manchmal ist ein einfacherer Ansatz besser als eine komplexe, aber problematische Lösung.
Eigene Entwicklungen
Als letzte Option kann eine maßgeschneiderte Lösung in Betracht gezogen werden.
- Entwickeln Sie ein eigenes Plugin: Wenn kein bestehendes Plugin Ihren Barrierefreiheits-Anforderungen entspricht, kann eine individuelle Entwicklung sinnvoll sein.
- Modifizieren Sie bestehende Plugins: Open-Source-Plugins können angepasst und verbessert werden.
- Arbeiten Sie mit dem Plugin-Entwickler zusammen: Viele Entwickler sind offen für Vorschläge zur Verbesserung der Barrierefreiheit.
Die Auswahl und Implementierung barrierefreier WordPress-Plugins erfordert Sorgfalt und ein gewisses Maß an technischem Verständnis. Es lohnt sich jedoch, in diese Arbeit zu investieren, denn eine barrierefreie Website ist nicht nur gesetzlich vorgeschrieben, sondern bietet auch ein besseres Nutzererlebnis für alle Besucher.
Wenn Ihnen die Zeit oder das Fachwissen für eine umfassende Barrierefreiheits-Prüfung fehlt, kann die Zusammenarbeit mit Experten für digitale Barrierefreiheit eine sinnvolle Investition sein, um sicherzustellen, dass Ihre WordPress-Website den Anforderungen des BFSG entspricht.
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